Herz und Hektar – warum Hof und Mensch ein Gleichgewicht brauchen
Shownotes
Die Arbeit in der Landwirtschaft hält viele Dinge bereit, die uns Menschen richtig guttun: der Umgang mit Natur und Tieren, das selbstbestimmte Arbeiten im Lauf der Jahreszeiten oder das Ergebnis der eigenen Arbeit sehr unmittelbar sehen und erleben zu dürfen. Dem gegenüber stehen viel Arbeit, Probleme mit der Betriebsnachfolge, Pflegesituationen, ständige Erreichbarkeit, große körperliche und finanzielle Belastungen, Generationenkonflikte oder Ernteausfälle. Alles unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer leicht.
Moderatorin Sarah Weiß macht sich deshalb in „Herz und Hektar – Warum Hof und Mensch ein Gleichgewicht brauchen“ auf die Suche nach der Balance. Bäuerin und Wildkräuterfee Verena Krimbacher erzählt von ihrer Depression und wie sie es geschafft hat, heute wieder die schönen Seiten ihres Lebens und Berufs zu sehen. Stefan Adelsberger und Heidi Perzl sprechen über die Hilfsangebote, die die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau für Menschen mit psychischen Belastungen in der grünen Branche anbietet. Und viele Bäuerinnen und Bauern erzählen uns, was für sie das kleine und große Glück in der Landwirtschaft ausmacht.
Weiterführende Infos: Verena Krimbacher www.naturdesign-verena.de @naturdesign_by_verena www.biohof-krimbacher.de @biohof_krimbacher
Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau www.svlfg.de www.svlfg.de/gleichgewicht www.svlfg.de/stressmanagement @svlfg_de
Transkript anzeigen
00:00:00: Also Erholung
00:00:02: und
00:00:03: einfach Zeit für Freunde, Hoppes oder was auch immer.
00:00:06: Das steht auch den Menschen aus der grünen Branche zu.
00:00:10: Nur viele genehmigen sich die Auszeit einfach nicht.
00:00:33: Warum Hof und Mensch ein Gleichgewicht
00:00:35: brauchen.
00:00:38: Wo lappen wir jetzt hin?
00:00:40: Wir laufen erst zu unserer Weidee, das sind unsere Ochsen.
00:00:44: Das ist schon der Kammel bei uns gleich.
00:00:47: Und da haben wir jetzt noch ein bisschen Gras.
00:00:50: Ist ja richtig austrocknen überall!
00:00:52: Ibin zu Gast in Epptenbäuren im Kammeltal im Landkreis Günzburg bei Verena Krümbacher.
00:00:59: Die Dreiß-Jährige lebt mit ihrem Mann und seine Eltern auf ihrem Biolandbetriebsamt.
00:01:04: Hund, Katzen, zwanzig Mulchkirchen zu gehöriger Nachzucht.
00:01:08: Mastoxen und Abahena.
00:01:11: Gemeinsam bewirtschaften die vierfuchzig Hektar Fläche und vermarkten außer der Mulch fast alles direkt.
00:01:18: Werden wir wie geht's da halt?
00:01:21: Zum Glück ganz gut!
00:01:22: Ja ... Welche Bedeutung hat die Antwort auf diese Frage für dich?
00:01:29: Große, eigentlich.
00:01:30: Ähm ... Bessert immer so wahr und oft fühlt sich die Frage so random an, wieso es so ja umgegattet?
00:01:40: Und dann denkst du okay, wisst ihr das wirkliche Anschaff, wisste oder nicht?
00:01:45: Also in so einem Alltag oft.
00:01:47: Ja doch schon eine wichtige Frage finde ich.
00:01:51: Du hast gesagt, dass ist nicht immer so gewesen.
00:01:53: wie war die Entwicklung dahin?
00:01:54: was passiert?
00:01:57: Ähm, ja ich war letztes Jahr.
00:01:59: Sie ist wahrscheinlich schon davor viel länger, aber letztes Jahr war es dann akut.
00:02:03: Ähm
00:02:04: ... War in einem sehr großen Loch, in einem Tiefpunkt und ja also eine Depression.
00:02:11: Und das war schon ganz mies.
00:02:14: Das war echt schlimm!
00:02:16: Ja...
00:02:17: Wo ist da bei dir die erschlaggebende Situation gewesen, wo du gewusst hast?
00:02:22: Es ist jetzt wirklich nimmer damit getan, dass ihr nie mal als Schlaf.
00:02:26: Ha, ja, das ist ... Also man hat's.
00:02:30: Ich hab es lange nicht gemerkt, weil ich mir gedacht habe ... ich hab's körperlich zerschmackt.
00:02:34: Ich war immer schwindelig und dachte mal Blutdruck passen, weil ihr niedrigen Blut druck habt.
00:02:40: Immer bis es so schlecht ist, schwindelt, keine Energie, das passt nicht.
00:02:45: Ich hab's dann eigentlich erkannt, wo ich gar keine Energie mehr gehabt hab.
00:02:49: Weil jeder Tage Kampf aufzustehen.
00:02:51: Ich bin mit Ruhe kommen und hab's gekühlt gehabt, ihr müsst den ganzen Tag im Könnenmonat durchschlafen Aber oft kann man dann nicht schlafen.
00:03:00: Das ist ja das Koyose oft, dass jedes Ding was einem eigentlich immer Spaß gemacht hat ist schon Belastung sogar sich mit Freunden treffen.
00:03:08: Das Hobby, das man unglaublich liebt macht keinen Spaß mehr.
00:03:13: es ist schon Anstrengungen dahin zu fahren.
00:03:15: Allein spüren wir sie nicht ausräumen und es gefühlt unmöglich.
00:03:19: Also die kleinsten Tätigkeiten sind schon wie ein Riesenberg den man nicht mehr weg kriegt.
00:03:25: Ja also oft zeigt sich's körperlich zerstört.
00:03:28: Manche haben Kopfschmerzen Verspannung, Übelkeit.
00:03:32: Also sind so psychosomatisch manchmal das oft.
00:03:36: Was hast du dann gemacht?
00:03:39: Also bis ich es damals gemerkt habe, ist schon eine gute Zeit vergangen ja und dann hab' ich mir tatsächlich Hilfe geholt.
00:03:46: Das ist für mich das Wichtigste.
00:03:49: Dass man sich eingesteht ... Man braucht Hilfe weil alleine er schafft man's irgendwann nicht mehr.
00:03:54: Es kommt immer darauf an, welchen Punkt steht man grad.
00:03:57: aber mit mir war's halt schon so weit entwickelt, dass sie viel gebraucht hat.
00:04:02: Und dann hab ich einfach auch Psychologen aufgesucht und hab wirklich ganz viel Glück gehabt, dass ihr aus schnellem Termin guckt habt, das ist ja oft ein Problem.
00:04:11: Und dadurch habe ich auch einen Therapeuten gekriegt, die wirklich ganz viele immer nur mit mir macht und es tut so gut!
00:04:17: Wie hast du das gestaltet?
00:04:20: Ich nehm an, du hast trotzdem
00:04:21: gearbeitet...
00:04:23: Also wie bringt man da noch seinen Alltag
00:04:25: rum?!
00:04:26: Ja, es war echt schwer ... Also ich muss echt sagen, ich hab ganz viel Unterstützung gehabt von meinen Eltern auch.
00:04:32: Mein Bruder und mein Mann natürlich.
00:04:34: Der Ehe hat ja ganz viel übernommen von mir.
00:04:37: Und dann haben wir gedacht das gibt's doch nicht!
00:04:39: Sonst hab' ich da auch sechszehn- achse Stunden geschafft war doch gar kein Thema was so... Jaaa!
00:04:45: Es ist okay, ja?
00:04:48: Ich war schon wirklich hollig, aber ich glaube das hat auch mit der Zug gespielt.
00:04:52: Weil es mir so Spaß gemacht hat und ich wollte es ja auch beweisen weil du überall hörst, ah das schaffte er eh nicht mit dem kleinen Hof und ... Ja und ich mache viel mehr Kräuter und auch noch Kräute kann man nicht leben.
00:05:03: und das sind alle so Glaubenssätze von Menschen.
00:05:05: und ich weiß dann immer beweise ich doch nicht, geht's?
00:05:07: Und es geht auch!
00:05:09: Aber es bringt nichts sich kaputt zu machen, weil es gibt glaub ich einen leichteren Mittelweg wo man es trotzdem schafft, aber auch noch leerbar kann.
00:05:18: Die Verena hat ursprünglich Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation studiert.
00:05:24: Heid ist sie als Allrounderin auf dem Hof unterwegs, schmeißt das Büro und kümmert sich um Direktvermarktung, Werbung und Marketing.
00:05:33: Seit drei Jahren ist sie außerdem selbstständig und veranstaltet als zertifizierte Allgäuer Wildkräuterführerinnen, Kräuter- und Reucherkurse, Naturcosmetikworkshops und Jahreskreisfeste.
00:05:46: Und das ist halt immer so.
00:05:47: denkt, ich bin halt zu viel interessiert.
00:05:50: Mir macht mir nie alles so Spaß!
00:05:52: Ich find's am Hof cool... ...ich lieb die Tiere in der Tour zum Schaffer und auch die Kräuter und aus dem Marketing und den ganzen Designzeug.
00:06:00: aber irgendwann ist es halt viel und das ist bis jetzt so mein Manko.
00:06:03: also eigentlich gut wenn man ja alles wissen will aber eben vor mir halt selber immer dann mache ich da Ausbildung und mach' ich das nur
00:06:13: Was hast du in der Therapie dann oder egal, in welchem Zusammenhang für dich für Tools und Strategien entwickelt?
00:06:22: Um zu sagen, ich kann mir mein Pen so ein besser einteilen.
00:06:25: Oder selbst für sorglicher mit mir sein und arbeiten, sodass du nicht auf null runterlaufst.
00:06:32: Mhm.
00:06:34: Also ... In der Klinik hab ich das erst mal gelernt, okay, brauch auch Zeit für mich.
00:06:40: Ich wusste es aber ich hab's halt nicht umsetzen.
00:06:44: wenn man den Gatscher und so ein Überlebensmut ist.
00:06:47: Also ich habe mich eigentlich selber noch mal viel mehr kennengelernt, und ich bin nach hinein unglaublich dankbar, obwohl es eine ganz schlimme Zeit war – das war echt schlimm!
00:06:56: Weil komplett der Lebensmut gefehlt hat.
00:06:58: also... Es wäre nicht schlimm gewesen mit einem Medaillewesen, der erfascht.
00:07:01: Das ist echt schlimm sowas.
00:07:06: Oh Gott, sorry.
00:07:06: Das wäre ich ein Zentimental.
00:07:08: Das
00:07:08: macht gar nichts!
00:07:10: Das
00:07:11: ist ja echt schlimm so ...
00:07:12: Das war krasser Geschichte.
00:07:13: Ich find's ein Riesengeschenk, dass du bereit bist da drüber zu erzählen.
00:07:17: Danke.
00:07:17: Ich hab jetzt nur leider kein Tempo
00:07:19: dabei.
00:07:19: Echt gut?
00:07:20: Der Wind trocken ist.
00:07:21: Was?!
00:07:22: Ja... Es ist natürlich auch so'n Wunderpunkt.
00:07:27: So was natürlich.
00:07:28: Wenn du nach außen die Powerfrau bist und so.
00:07:31: Aber ich find's unglaublich wichtig hier drüber zum Sprecher, weil es so viele betrifft.
00:07:35: Man weiß es vielleicht auch gar nicht und man hier schon ... Und das ist für viele peinlich drüber vom Sprechern.
00:07:41: Das soll jetzt nicht sein, weil sie eine anerkannte Krankheit wie jede andere, vor allem sich lebensquälig und vervoll.
00:07:49: Ja, und das vergisst man oft.
00:07:51: Ich find's auch wichtig, wenn man jemand begegnet, auch zu passen was man sagt sind so schnelle Aussage, die für denjenigen den Betroffenen so schlimm sein können.
00:08:02: Ah, das geht schon mehr!
00:08:03: Und was grad du?
00:08:04: Du müsst doch wissen, weil ich ja auch so Achtzehnkeitskurse anbiete.
00:08:07: Du denkst da auch immer, ja ... Aber trotzdem kannst du mich betreffen.
00:08:11: Warum nicht oder?
00:08:13: Ja also darum ist es schon wichtig, wir zu sprechen.
00:08:16: Genau.
00:08:17: Dann natürlich einige Tools, ähm ... Da ja selber auch so Coaching-Ausbildung gemacht haben und ähm... Die Persönlichkeitsentwicklung war für mich immer schon wichtig, seit ich denke.
00:08:28: Ich habe mir damit beschäftigt und dachte, wie passiert das nie?
00:08:33: Da hab ich natürlich viele Tours gehabt, wie man das Nervensystem reguliert ... Wie man sich vielleicht auch mal kurz rausnimmt.
00:08:42: auf dem Hof sind ja immer Probleme.
00:08:44: Jeder Hof hat seine eigenen Probleme, dann kommen neue Regularien.
00:08:48: Da ist immer mal Existenzangst.
00:08:50: Das ist schon beim Hof, glaub ich, krass!
00:08:54: Und das hab ich da auch gelandt, wie mich da runterfährt.
00:08:57: Vielleicht auch Sachen aufschreibe mit der Journal auch.
00:09:02: Sport ist bei mir eh wichtig und das denk' ich nicht immer runter.
00:09:07: Bei Andreas Musik malen ist auch ... Das mach ich in der Therapie zum Beispiel.
00:09:13: Hätte ich nicht gedacht ... Also, ich hab früher auch schon viel gemalt jetzt gar nimmer.
00:09:17: Aber in einer Therapie, und ich hätte nicht gedacht was das Krasses an Traum hat, dass Auflöser gehört?
00:09:22: So krass!
00:09:24: Der Körper, also wirklich der Körper versteht diese Situation die wirklich als Trauma war.
00:09:31: Die ist vorbei des Vergangenheit und ich bin jetzt im Moment sicher.
00:09:34: Und das Wahnsinn was sie da schon mit meiner Therapeuten ja auflösern kann, das ist echt toll.
00:09:40: Also die Therapie mache ich weiterhin hin und ich glaube der Blebby auch nur wegen weil es einfach so gut ist.
00:09:46: Das Ding ist glaubst du auch das Handy-Stress?
00:09:49: Klar, weil ihr außer aufs Media ständig Erreichbarkeit.
00:09:53: Ich hab bis Westbüßung macht, Sonntags keine Kurse mehr.
00:09:56: Hab ich auch einen Schaub gemacht ... Stall haben wir ja eh.
00:10:00: Aber dass sie dann ... Also, ich versuche mir den Sonntag frei zuhalten, egal ob setzten.
00:10:05: Es ist nicht mal private Termine.
00:10:07: Das wirklich ... das ist Zeit für mein Mann und mich.
00:10:10: Und für ein Hund?
00:10:11: Das ist unsere Zeit!
00:10:14: Und dass sie aus Tandy dann mal etwas mehr weglegen kann.
00:10:18: Weil Wochenende gehört mir.
00:10:20: Wir haben trotzdem Arbeit.
00:10:22: Aber ich muss nicht mehr erreichbar sein und zum Beispiel habe ich auch Schilder aufgestellt, Sonntags mit denen er klingeln.
00:10:29: Weil das für viele doch nicht selbstverständlich ist.
00:10:32: Und das stresst mich, weil ich brauche einfach mal
00:10:34: Privatsphäre.".
00:10:35: Weder Verena geht es viele Menschen die in der Landwirtschaft oder andere grüne Berufe arbeiten.
00:10:42: Für sie gibt's mittlerweile professionelle und speziell auf sie zugeschnittene Angebote.
00:10:48: Stefan Adelsberger ist Fachkoordinator in der Stabstelle Gesundheitsangebote von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau.
00:10:57: Und leitet da gemeinsam mit einer Kollegin des Telezentrums.
00:11:02: Das eigens für die Versichertenberatung eingerichtete Telezentrum ist die erste Anlaufstelle für Menschen aus der grünen Branche, die sich mit ihre Sorgen und Nöte an die SVLF gewenden wollen.
00:11:16: Zu den häufigsten Anrufgründen zählen neben zwischenmenschliche Konflikte auch Arbeitsüberlastung, Probleme mit der Betriebsnachfolge, Pflegesituationen, schwere Erkrankungen, Todesfälle oder sogar auch Suizide.
00:11:32: Also wir haben im Endeffekt drei Gruppen von Hilfsangeboten.
00:11:35: Das ist zum einen Gruppenangebote, das sind Seminar-Angebote zu unterschiedlichen Themen wie zum Beispiel Betriebesübergabe, Stressabbau Personen, die jemanden zu Hause pflegen.
00:11:48: Pflegesituation ist ein sehr häufiges Thema in der Landwirtschaft.
00:11:53: Es hat unterschiedliche Gründe und für diese gibt es auch eine sehr breite Hilfsangebote.
00:11:58: Also sprich Seminare sind so die erste Gruppe der Hilfsangebote.
00:12:02: Dann haben wir im Raum von Flexi-Rentengesetz im Jahr die Alterssicherung der Landwirtschaft anzubieten.
00:12:16: und da sein erstmals Hilfsangebote entstanden, wo Psychologen sich um Versicherte kümmern bei uns.
00:12:25: Wie zum Beispiel ein telefonisches Einzelfall Coaching – die Krisenhartlein, die vielleicht auch bekannt ist, die vierundzwanzig Stunden sieben Tage in die Woche erreichbar ist.
00:12:33: Und als das Projekt losging im Rahmen der Kampagne mit unserem Gleichgewicht haben wir eigentlich nicht gewusst ob Landwirtschaft um Psychologie funktioniert und ob
00:12:44: sie irgendwie möcht.
00:12:45: Ja, weil die Überlegung halt schon war geht ein Landwirt zu einem Psychologen wenn er einen Problem hat?
00:12:52: Und der Erfahrung zeigt, er geht eigentlich nicht so im Psychologon.
00:12:56: es muss ein passgenaues Hilfsangebot sein das auch zur Landwirtschaft
00:13:01: passt
00:13:03: Und deswegen haben wir versucht, jetzt zum Beispiel über das telefonische Einzufer-Coaching die Hilfe quasi auf die Betriebe zu bekommen und das Ganze möglichst niedrigschwellig anzubieten.
00:13:14: Also sprich der Landwirt muss nicht zu einem Psychologen hinfahren, sagen wir mal den Weg dorthin.
00:13:19: Teilweise ländlicher Raum sind die Wege auch relativ weit.
00:13:22: Ich muss mich umziehen ich muss mir herrichten für so ein Termin und es sind alles Hemmschwellen.
00:13:28: Die größte Hemmschwelle meines Erachtens ist tatsächlich ja den Weg dorthin und die Sorge gesehen werden von jemand anders, dass die Menschen einfach da Sorge haben sich dann irgendwo rechtfertigend zu müssen was sie jetzt beim Psychologen machen.
00:13:45: Und da sind wir bei dem Tabuthymacilische Gesundheit das in der Landwirtschaft noch unsere Erfahrung nach sehr weit verbreitet ist.
00:13:55: Ich stelle mir diese Situation ja auch so vor, dass man sie erst Zeit nimmt wenn es schon zu spät ist.
00:14:02: Der Zeitmangel ja auch ein Grund für die Belastungseikon, oder?
00:14:06: Ja.
00:14:06: Also das Thema Arbeitsdruck in der Landwirtschaft ist sehr ausgeprägt
00:14:14: und
00:14:14: ... Ja, deswegen vielleicht auch noch mal zum Hilfsangebot.
00:14:19: Die Zeit die ich für dieses Hilfs-Angebot investieren muss, dieses telefonische Einzelferkutschen das ist sehr überschaubar!
00:14:26: Ich mache einen Termin aus mit den Psychologen, die Verfügbarkeit innerhalb von ein bis zwei Wochen findet in der Regel das erste Gespräch dann auch statt.
00:14:35: und ja über dem festen Termin, den ich mir an den Kalender eintrage und dann finden die Gespräche statt.
00:14:42: Analog zum versicherten Verhältnis, wird das Coaching der SVLFG zu sechzig Prozent von Männer und zu vierzig Prozent Frauen in Anspruch genommen.
00:14:52: Finanziert wird es aus der landwirtschaftlichen Alterskasse und stellt somit alle Unternehmerinnen und Unternehmer und ihre Mitarbeitenden und Familienangehörigen aus der LAK zur Verfügung.
00:15:03: – aber die Möglichkeiten der SVFG enden nicht mit dem telefonischen Einzelfallcoaching mit psychologischer Beratung!
00:15:12: Je nach Situation der betroffenen Personen, können Akko-Operationen mit anderen Organisationen greifen.
00:15:20: Wie zum Beispiel mit bäuerliche Familienberatungsstellen, dem Bayerischen Bauernverband oder AD Maschinenring im Rahmen der socioökonomischen Beratung in finanzielle Themen oder erste gesundheitliche Einschränkungen vorlegen.
00:15:34: Was sind die Problemstellungen mit den ID-Liteurrufen?
00:15:37: Ja also häufig.
00:15:39: Arbeitsüberlastung ist ein Riesenthema was wir haben.
00:15:42: Und das Thema Arbeitsüberlastung führt irgendwann auch unsere Erfahrung nach zu Zwischenmenschlichen Konflikten.
00:15:48: Also die Zündschnur wird kürzer, wenn die Arbeitsbelastung hoch ist.
00:15:55: Die Zeit für Familie und für die Ehe wird weniger.
00:16:00: Eine
00:16:02: Partnerschaft braucht einfach seine Zeit und verlangt Ressourcen.
00:16:09: Für viele Menschen oder Unternehmer auch in der Landwirtschaft kommt der Betrieb immer als erstes.
00:16:15: Und da betrieben wir es laffer und irgendwann merkt man gar nicht, man rutscht so in eine private Schieflage rein, dass einfach die Zeit mit den Kindern zu kurz wird oder auch mit der Ehefrau partnerschaftliche Bedürfnisse usw.
00:16:32: Nicht selten ist es so, dass meine Männer am Telefon haben wo die Frau weg ist Geh wo und dann bei uns oder fahren.
00:16:40: Und wenn ich mir dann vorstelle, ist es sämtliche Energie in dem Betrieb Neigläufer... ...und dann zerbricht das private Umfeld.
00:16:52: Die Frau ist weg mit den Kindern und dann steht der Unternehmer da und stellt sich im Zweifelstein wirklich diese Frage.
00:16:58: Wie geht's weiter?
00:16:59: Für was mache ich das Ganze eigentlich noch?
00:17:02: Ja also das sind wir.
00:17:03: Arbeitsüberlastung ein häufiger Grund!
00:17:06: und dann eben auch in Verbindung mit zwischen menschlichen Konflikten, die wurden dazu kommen.
00:17:11: Wie schaut es denn aus mit der Suizidrate an Landwirtschaft?
00:17:15: Kennst du da Zahlen?
00:17:17: Ja,
00:17:17: also schwierig.
00:17:18: Wir wissen aus anderen Ländern das Thema Suizide im Vergleich zu andere Berufsgruppen zum Beispiel in Frankreich überproportional hohe Rolle spielt.
00:17:31: Für Deutschland gibt's noch keine verlässlichen Zahlen.
00:17:35: Es ist das Problem der Erfassung von Suiziden, dass es keine zentrale Erfassung gibt.
00:17:42: Aber die Vermutung liegt schon auch neu, dass das Thema Suizid in Deutschland in der Landwirtschaft eine große Rolle spielt.
00:17:50: Das Thema SuIZID-Prävention ist was sich die SVFG jetzt mit Partnern auf die Fahne geschrieben hat, damit man ein bisschen Licht ins Dunkel bringen will und zwar unter dem Dach der NASBRO.
00:18:05: NASPRO steht für nationale Suizidpräventionsprogramm, hat sich Arbeitsgruppe durch unterschiedliche Beteiligung von Organisationen gegründet wo genau solche Fragestellungen geklärt werden sollen.
00:18:19: Ich habe mir auch mal so Studien anguckt, dass eine der Branchen die am höchsten suizid gefährdet sind.
00:18:28: Krass!
00:18:29: Und dann denke ich mir, du arbeitest mit der Natur.
00:18:31: Du hast die Tiere wie du gesagt hast, zyklos vom ganzen Wetter, vom Jahr.
00:18:38: Eigentlich hast du eine Routine also eigentlich ein total schöner Arbeiten und für viele sieht es so idyllisch aus.
00:18:44: aber dieser Negativhaufen wird irgendwie gefühlt immer größer.
00:18:49: Erzähl
00:18:49: mal was liegt das auf dem Negativhafen?
00:18:52: Also einmal finde ich es politischer.
00:18:54: Also irgendwie kommt gefühlt jedes Jahr neue Verordnungen hinzu, wo man echt denkt wie solid das noch schaffen.
00:19:03: Die Preise steigen aber halt nicht von den Produkten.
00:19:06: also wir haben schon auch für Marken fast alles direkt außer Milch.
00:19:10: Das ist es gute.
00:19:12: dafür muss man halt gucken dass man Kunden kriegt dann natürlich auch Generationenkonflikte das muss man auch also.
00:19:20: das ist einfach Fakt.
00:19:22: Wer sagt so, was gibt's jetzt?
00:19:23: Der lügt ganz ehrlich.
00:19:24: Das ist normal und kann man auch voll gut händeln wenn man weiß wie.
00:19:31: Und natürlich dann aus existenziell leben.
00:19:34: das ist ja glaube ich auch der Unterschied zu einer normalen Firma.
00:19:36: du hängst mit Haushof-Familie alles mit drin selten dass das Ausklager ist da ist meistens sogar das Wohnhaus nicht bei alle und das ist halt schon Druck.
00:19:50: Und dann auch die Zeit.
00:19:51: Du hast kaum Zeit für irgendwas Privates!
00:19:56: Also das ist schon dieser Zeitfaktor, wenn man denkt, dass der Stunde-Lohner letztendlich ist.
00:20:02: Sei ich schade weil Lebensmittel schenken leben?
00:20:05: Die ernährt uns und es sollte eigentlich doch eines der teuersten Güter sein so dass eigentlich ein Land wird gut leerbar kann und natürlich Gesellschaft.
00:20:14: Also diese Vorurteile, ach die blöden Bauern kaufe ich doch eher alles im Supermarkt.
00:20:20: Und mir macht's ja gern ... also man will der Guide Jamons und macht es ja gern, man hat sich dafür entschieden.
00:20:24: aber manchmal ist schon schade dass das nicht gesehen wird.
00:20:28: Was bedeutet Glück auf dein Betrieb für dich?
00:20:32: Schöne Frage.
00:20:35: Glück auf unseren Betrieb ist für mich wenn alle gesund sind Mensch wie Tier Das ist das Wichtigste.
00:20:45: Dass irgendwie, dass die Sonne scheint.
00:20:47: Also nicht die echte, sondern so ... Weißt du was sie meint?
00:20:52: Das ist einfach das Positive.
00:20:54: Wenn Kunden zu uns kommen und sich freuen über unsere Lebensmittel oder über die Kurse, die ich mach, das ist für mich ganz großes Glück.
00:21:04: Aber jetzt hier zum Sprechhaus für mich Glück!
00:21:06: Ja, das isch einfach schön, weil es einfach noch aussagt.
00:21:09: Auch wenn's vielleicht manchmal sensibli Themen sind aber es ist wichtig, dass es an den Menschen auch Sehen und Mut gibt.
00:21:19: Ja, und für mich ist es ein Riesenglück das zu tun was mir Spaß macht.
00:21:23: Weil ich war lang ... Also wenn man's verhältnismäßig wahrscheinlich kurz, viel Mann hier aber meiner Karriere in Anführungszeichen war einfach auch lange eine Berufe oder Situationer wo es mir nicht immer Spaß gemacht hat.
00:21:35: Und da bin ich wirklich jeden Tag dankbar dass sie genau das machen darf was gefühlt meine Berufung isch.
00:21:41: Kannst du jedem was sagen?
00:21:43: andere Menschen für Ohren in einer Situation tun können, wenn sie sagen, oh ich hab jetzt da jemand im Umfeld und dem geht der Arsch grad komplett auf Grundeis.
00:21:53: Wenn ich es so mal formulieren werde?
00:21:56: Ja voll guter Frage weil genau das ist oft ... Das ist so sensibel Und du gefühlst sagst eh alles falsch Weil die Person jedes Ding wahrscheinlich dann auch falsch aufnimmt.
00:22:07: zwar bei mir auch immer dachte Boah wie kann man so sein?
00:22:12: Wichtig ist, wenn die einfach vielleicht zum Fragen kann ich dir helfen.
00:22:16: Oder wie kann ich dich helfen?
00:22:18: Und gar nicht gleich Tipps.
00:22:19: und ja du musst da und da ins Bett und nimm das und das Ei und ... Das bringt nichts!
00:22:25: Sondern frag einfach konkret, wie kann ihr dir helfen?
00:22:29: Kann ich dir was Gutes tun oder kann ich etwas abnehmen?
00:22:32: Wenn du noch Kinder hast, dann bist du vielleicht ein paar froh, wenn deine Nachbarin oder die Oma oder irgendjemand die Kinder mal für ein paar Stunden nimmt und du mal kurz durchschnaufen kannst.
00:22:41: oder Gespräch, auch Bieter.
00:22:44: Ja ... also ich glaub das ist ganz vorsichtig.
00:22:47: Also keine Tipps gehen, keine Ratschläge und vor allem nicht sagen,
00:22:51: das wird schon mehr!
00:22:52: Das ist halt eine Laune oder es schlaft mal ein wenig, dann gab's schon mehr.
00:22:57: Wenn man's runterspielen ohne zu fühlen wie akut dramatisch die Situation für die Person an und für sich eigentlich gerade ist?
00:23:05: Voll!
00:23:06: Stellt man sich mal vor, die Person hat selbst mal Gedanken Tatsächlich in die Richtung dann noch mehr Puscher.
00:23:13: Das heißt okay, also in der Situation denkst du es versteht mich niemand.
00:23:17: Niemand versteht nicht und wenn man sowas kommt ist das natürlich nochmal Bestätigung dass dich niemand
00:23:24: versteht.".
00:23:32: SVLFG im Telezentrum seit dem Start im Juni.
00:23:40: Die sechserfuchtsjährige kommt selber aus einem landwirtschaftlichen Betrieb und woher es.
00:23:47: um die Belastungen von den Leitdeo-Rufen.
00:23:50: Und um das Tabuthema seelische Gesundheit in der Branche.
00:23:55: Wie oft am Tag machst du das heute?
00:23:59: Ganz, ganz unterschiedlich!
00:24:02: Vielleicht haben sie manchmal nur fünf Anrufe, vielleicht sind sie auch mal fünfzehn.
00:24:06: Also wir waren also zu Beginn so um die zwanzig Anrufer in der Woche Jetzt in der Krisenhautlein, die von unseren Psychologen besetzt ist rund um die Uhr.
00:24:18: Nicht jetzt die Zahlen bei unserem Telezentrum und jetzt sind wir bei.
00:24:23: letzte Woche waren es über siebzig Anrufe, die alleine in der Kriesenhautleins angekommen sind.
00:24:29: Sicherlich könnte man sagen das ist bundesweit und die Zahl ist gar nicht so hoch aber die Woche drauf kommen ja wieder mindestens sag ich mal sechzig Anrofer mit dazu.
00:24:42: Das ist ein Erstanrufer und dann muss man eben schauen, welche Art von Unterstützung
00:24:47: gebrauchen.
00:24:49: Ich bin mittlerweile auch sehr konkret in meinen Fragen – das habe ich vielleicht aus dem Jahr auch noch nicht so formuliert, aber mittlerweile bin ich sehr direkt in meine Fragen, dass sie ja immer nachfragen, wie geht es ihrem Betrieb finanziell?
00:25:05: Wer macht die Arbeit auf ihrem Betrieb?
00:25:08: Weil dann hört man so Geschichten, ja eigentlich hätte mein Vater geholfen aber der hat jetzt einen Schlaganfall gehabt.
00:25:13: Also der fällt jetzt auch aus und dann sehe ich bei uns in der Datenbank ist er Landwirt verheiratet oder nicht?
00:25:22: Das heißt du kommst relativ schnell an die Wurzeln.
00:25:25: Ja also wenn ich dann sage wie geht es ihnen in der Beziehung?
00:25:31: weil sie haben ja durch große Belastungen auf dem Betrieb Und dann ist man relativ schnell bei dem Thema, wo man vielleicht auch was sagt.
00:25:40: Zum Thema E-Beratum oder Mediatoren werden wir alles an der Hand.
00:25:44: und aber das Wichtigste bei mir am Telefon finde ich es den Menschen ein gutes Gefühl zu geben wenn die hier anrufen dass man sagt ja jetzt bin ich aber froh da sie her angerufen haben Dass man ihnen Mut macht, den Weg weiterzugehen.
00:26:02: Es gibt ja gute Hilfe und nur viele trauen sie wieder anzurufen noch die Hilfe anzunehmen weil für Sie das Ganze immer so ein Teil von Versagen ist.
00:26:12: So fragen wir, ja bin ich der Einzige der bei euch anruft oder gibt es viele?
00:26:17: Oder was passiert jetzt mit mir?
00:26:20: Und da ist das erste Telefonat einfach so wichtig dass man den Menschen die Ängste nimmt dass man einfach Hilfe aufzeigt, das der Anrufer aber entscheidet welche Hilfe er annehmen möchte.
00:26:33: Dass nichts bekannt wird nach außen, das ist natürlich die größte Sorge.
00:26:37: Tabuthema seelische Gesundheit.
00:26:40: Die haben Angst, dass sie keinen Kredit mehr bei der Bank bekommen, dass die nächste Pachtfläche verloren geht, dass sich keine Lehrlingen mehr bekommen.
00:26:49: ganz häufig auch, daß die Ehefrau von dem Ganzen eher fährt und sie dann als als
00:26:55: schwacher
00:26:56: Mann da stehen und nicht mal ist der starke Mann, als der sie geheiratet wurden.
00:27:01: Also die Ängste, die sind wirklich riesengroß!
00:27:04: Und dann muss man eben ermutigen und sagen also es gibt gute Hilfe und jetzt erzähle ich Ihnen einfach mal etwas über die Angebote und am Ende entscheiden Sie, wenn das kommt.
00:27:16: Nichts in Schriftform oder wie auch immer nach Hause.
00:27:19: dass irgendjemand falscher quasi Post bekommen könnte Wenn Sie Hilfe in Anspruch nehmen, das wissen nur wir zwei.
00:27:27: Viele glaube ich haben immer noch Angst wenn sie bei uns anrufen es muss so der totale Zusammenbruch vorlegen also das klassische wie man immer so liest ja Burnout dieses Wort ist es bei uns eigentlich gar nicht im Gebrauch.
00:27:42: Es hat noch kein einziger Landwirt angerufen der gesagt hat Ich glaub' ich hab einen Burn out sondern die sind am Telefon und sagen Mir geht die Kraft aus oder ich habe die Freude verloren.
00:27:53: Oder Ich schaffe einfach nichts mehr, oder es ist was passiert?
00:27:58: Das passieren ja auf den Betrieben auch Umfälle oder Ja wie vorher gesagt hab die Frau und die Kinder verlassen den Hof oder Die alten Teile Versterben und also Es gibt ja wahnsinnig viele Schicksalsschläge das jetzt gar nicht so mit dem klassischen Ja, Burnout oder Depression zu tun hat.
00:28:23: Wenn jemand anruft und er beginnt seine Geschichte und den muss man sprechen lassen weil man merkt da ist irgendwie so ja... Da ist die Freude innerlich da dass sie sich endlich getraut haben hier anzurufen.
00:28:39: Da braucht man gar nicht unterbrechen.
00:28:41: Da geht es wirklich nur um das zuhören und wirklich gut zu hören dass man die Geschichte aufnehmen kann und dass man am Ende vom Telefonat weiß, welche Art von Hilfe jetzt benötigt wird oder welche Situation das man noch nicht erfasst hat.
00:28:56: Dass man da einfach nur gezielt nachfragen kann.
00:29:00: Und wenn so geweint wird und eine Erzählung – also wenn man sich vorstellt, die Erzählungen gehen ja oft zehn, fünfzehn, zwanzig Jahre zurück bis zu dem Zeitpunkt wo der Betrieb an an den Anrufer übergeben wurde.
00:29:18: Und irgendwann beginnt der Anruf vielleicht zu weinen und dann sage ich auch nichts, sondern da gilt auch zuhören und einfach immer ein gutes Gefühl geben dass es wirklich wichtig ist hier anzurufen.
00:29:32: Aber ich frage dann wie lange geht's Ihnen schon so wie es ihnen gerade geht?
00:29:38: Also sechs, sieben, acht Jahre und noch mehr.
00:29:41: und dann hat man jungen Menschen am Telefon der vielleicht Mitte dreißig ist oder noch jünger
00:29:48: und
00:29:49: wo man sieht, dass verheiratet hat zwei kleine Kinder.
00:29:53: Und kämpft sie einfach schon mehrere Jahre durch.
00:29:56: ja eine schwierige Zeit oder bei finanziellen Belastungen.
00:30:01: Manche rufen hier erst an wenn die wirklich gar nichts mehr bezahlen können.
00:30:07: Die trauen sich teilweise nicht mehr bei uns in der Krisenhautlein anrufen weil sie auch Beitragsschulen bei der SVFG haben.
00:30:13: Oh nein!
00:30:15: Dann kommt alles übereinander.
00:30:18: Genau und das ist einfach so diese große Scham, wenn man als Unternehmer in der Grünen Branche, egal ob das jetzt ein Landwirtschaftsbetrieb ist oder Winzer oder Fischzucht oder egal was wer hier anruft, dieses Versagen.
00:30:35: ich habe als Unternehmner versagt Ich habe als Familienvater und Ernährer versagt Die versuchen, ganz lange noch irgendwas zu retten.
00:30:46: Ohne dass die Frauen und Kinder was mitkriegen oder die Eltern, die auch nach Augenbetrieb wohnen.
00:30:53: Und dann ist wirklich Mama schon fünf nach zwölf ... Wie gesagt, sie können kein Tierfutter mehr kaufen.
00:31:01: Es wäre einfach halt wichtig, dass man weiß gute Hilfe gibt's!
00:31:04: Und die darf jeder in Anspruch nehmen.
00:31:08: Und Hilfe geschieht ja so... dass es ja nicht so ist, dass die Nachbarschaft oder das Dorf das mitkriegt.
00:31:16: Aber also für einen ist es halt dann schon leichter wenn man einfach sagt
00:31:21: jetzt
00:31:22: habe ich mir den ersten Anruf gewagt und das ist einfach so.
00:31:25: die Aussage, die wir oft hören der erste Anrufe ist immer das Schwierigste.
00:31:30: Was kann denn jeder Einzelne dafür tun?
00:31:32: Dass er im Zweifelsfall gar nicht an so eine Limitsituation kommt.
00:31:38: Also das Patentrezept gibt's wahrscheinlich nicht, weil es sehr individuell ist.
00:31:42: Aber wenn manche so ihren Tafelsablauf anschauen, dann merken die dass relativ wenig Zeit noch haben für sich selber.
00:31:52: Dass keine Pausen mehr drin sind und dass die Arbeitstage immer länger werden.
00:31:57: Dass sie keine Zeit mehr haben für Dinge, die Sie vorher selber gern gemacht haben wie Fahrrad fahren oder in die Berge zum Wannen gehen, oder Freunde treffen.
00:32:07: Und das wäre aber auch so wichtig, also soziale Kontakte, dass man seine Ressourcen wieder stärkt und... Dass man Freunde hat, wenn man tatsächlich mal in eine Notsituation kommt, dass ein soziales Netzwerk hat, wo man sagt, da kann ich jetzt mal anrufen und das beruht mich weil er sagt, der oder die Freundin würde mir jederzeit helfen?
00:32:30: Ich glaube, dass wir sie vielleicht auch für so Notsituationen einstellen muss, dass man so einen Plan B hat und sich mal Gedanken machen muss.
00:32:43: Es ist vielleicht nicht immer so oder es läuft nicht immer wie es gerade ist.
00:32:48: Meine Eltern werden wahrscheinlich nicht hundert und die werden nicht bis hundert auf den Betrieb mitarbeiten können.
00:32:54: Dass man sie rechtzeitig auf die Suche nach Mitarbeitern macht der Notfall eingetreten ist, dass man Dinge erregelt wie ja so notarelle Sachen.
00:33:09: Patientenverfügung Testament oder was auch immer.
00:33:11: Dass
00:33:12: man
00:33:13: wirklich einmal an ja schlechte Zeiten denkt und es ist glaube ich in der grünen Branche immer so das mal mit Zurückschläge rechnen muss ... wäre eine mal schlechte Ehre, weil es zu heiß ist oder was.
00:33:28: Es verhagelt oder die Tiere krank sind.
00:33:31: Es gibt ja ganz viel das einfach da passieren kann und ich glaube schon dann auch wichtig dass man so das positiv denken mal lernt.
00:33:42: Dass es nicht immer so ist, dass man nicht der einzig ist dem das passiert ist... dass man einfach sagt es ist jetzt passiert und jetzt mache ich mich an die Lösung anstatt das ewig zu bejahmen.
00:33:57: Und auch wenn die dann sagen, ich hab wieder Freude, wenn ich in den Stall einige und ich sehe meine Tiere stehen – das habe ich vorher gar nicht mehr wahrgenommen.
00:34:05: oder meine Enkelkinder einfach wieder Lebensfreude zurück.
00:34:14: Und wenn sie sagen, Ich kann wieder gut schlafen, ich gehe ja wieder weg pack jetzt mein Musikinstrument wieder.
00:34:22: oder ich war mit meinem Stammtisch von der Landwirtschaftsschuh, mal wieder ein Wochenende in die Berg.
00:34:31: Dass die auch lernen, man darf sie auszeiten immer ohne dass man sich schlecht fühlen muss und nicht dass man sie verteidigen muss – also Erholung und einfach Zeit für Freunde, Hoppes oder was auch immer.
00:34:44: Das steht auch den Menschen aus der grünen Branche zu.
00:34:47: Nur viele genehmigen sich die Auszeit einfach nicht.
00:34:51: Kunst du jetzt noch mal in der Rückschau benennen, wie lang es ungefähr gedauert hat bis du dir wieder soweit gefühlt hast?
00:35:07: Was gar nicht, wie ich es formulieren soll, dass du wieder einigermaßen im Leben stehst, Kunst nachdem's da so schlecht gegangen ist?
00:35:14: Also ... Ich denk mal, wenn man wirklich schon länger mitzieht als Jahr zwei muss man sich locker gehen und wieder Senorumsystem zu regulieren, weil du schnell einen alten Muster wieder fällst.
00:35:26: Da denkst du, cool!
00:35:27: Jetzt geht's mal wieder gut und bin ich wieder
00:35:29: gesund.".
00:35:30: Und dann der nächste Tag ist irgendwas oder ... Du staffst da auf und denkst, irgendwie stimmt es dir.
00:35:36: Du weißt nicht wieso?
00:35:37: Das ist so frustrierend manchmal.
00:35:40: Ja... Aber das hab ich zum Glück jetzt nämlich so.
00:35:42: Ich bin tatsächlich stolz, dass ich den Weg ganger bin.
00:35:46: Dass sie trotz ganz vieler negative Meinungen Ganz viele letzte Reihe.
00:35:56: Es war wirklich ganz schlimm, in der Phase es kamen oder zu bei mir, dass da ganz viele Gerüchte kursiert sind und das war echt schlimm für mich ... Dass ich dorthin das geschafft habe, dass sie ein ganz toller Mann haben, eine tolle Familie, die mich unterstützt.
00:36:11: Und das was ich ja aufbauen darf.
00:36:14: Ich hab nur ganz viel vor!
00:36:16: Und dass ihr das machen darf.
00:36:17: Darauf bin ich stolz.
00:36:19: Vor allem, dass ich mir helfen lassen habe, weil das war für mich ganz schwierig.
00:36:25: Ah, sind die Hips.
00:36:27: Mmh ... Ja, die sind schon toll!
00:36:31: Ich finde immer so toll, wo ich hier auf dem Hof komme bin.
00:36:37: Hab ich erst verstanden, wie charakterstark jedes Tier ist?
00:36:41: Danke.
00:36:43: Das ist echt ... Also, Surinna sind schon echt toll.
00:36:48: Jedes für sich.
00:36:51: Hm ... Das ist
00:36:55: für mich Glück.
00:36:56: Das isch Idele Natur pur.
00:37:02: Da geht mir echt das Herz auf.
00:37:04: Ah, Bulli!
00:37:05: Wie schaut's aus?
00:37:09: Ach komm, komm mal her!
00:37:11: Darfst du sagen leben und arbeiten auf dem Bauernhof ist ein Glücksfall?
00:37:15: Ja doch für mich schon.
00:37:18: Weil es arbeiten mit Sinn ist... Natürlich ist es anstrengend.
00:37:23: Dann will ich nicht verschönern.
00:37:26: Aber schön anstreggend.
00:37:28: Und was für mich so schwer ist, dass man als Familie zusammen schafft dass sie eigentlich, also klar, freizelt haben wir wenig zusammen.
00:37:38: Aber ich find das toll, dass ich mit meinem Mann auch zum Schaffer dürfen und ihr trotzdem mein eigenes Hab.
00:37:46: Also ich hab ja trotzdem auch mein Geschäft noch ... Ja aber es ergänzt sich alles so gut.
00:37:51: Verena, ich spui immer gern Mikro-und Mistgabel zu Interviewenden.
00:37:57: Mikro wäre, du beantwortest eine Frage, Mistgabe?
00:38:00: Du kriegst eine kleine Aufgabe!
00:38:02: Was ist der Lieber?
00:38:04: Aha.
00:38:04: Die Aufgabe sagst du mir erst danach, oder?
00:38:07: Klar!
00:38:09: No risk no fun.
00:38:10: Hm ... ich hab ihn in die Aufgabe.
00:38:14: Ich bin neugierig.
00:38:15: Kannst du dir die Tätigkeit auf dem Hof zahlen, bei der dir am allermeisten das Herz aufgeht?
00:38:23: Bulldog-Fahrer?
00:38:24: Jaa!
00:38:25: Also Thema Frauen und Landwirtschaft ist schon so ein Thema.
00:38:28: Entweder wirst du von einem Mann ausgelacht, wenn man einen Bulldog fährst So, wow!
00:38:34: Die viel Bulldog nicht mehr.
00:38:35: Ja aber es ist doch nichts anderes.
00:38:37: Genauso wie es eigentlich nicht so was sein sollte, dass er mal auf seine Baby auch passt.
00:38:41: Da wird der auch so gehyped und so wirst du als Frau gehypt werden.
00:38:44: Bulldogfest ist doch normal.
00:38:47: Zweimal Runden Bulldog?
00:38:48: Genau das macht Spaß.
00:38:52: Super Lu!
00:38:57: So einfach kunst sei – des Glück in der Landwirtschaft.
00:39:01: Und das näht nur bei der Verena Krimbacher sondern auch bei vielen anderen Bäuerinnen und Bauern bei uns in Bayern.
00:39:09: Prinzipiell
00:39:10: ist es einfach das.
00:39:11: Ich
00:39:12: seh's
00:39:13: immer so, wenn die Kälbchen auf die Welt kommen mit der
00:39:15: Mutter mitspringen
00:39:15: und
00:39:16: so ein kleiner Kindergarten da ist oder eben auch die Ernte ganz gut funktioniert.
00:39:23: Also ich bin glücklich bei meinem Hund Cassiege dass sie ganz oft vierblättrige Kleblätter finden und sozusagen findet ihr totes Glück?
00:39:35: Ich nehme die dann mit also meistens.
00:39:37: oder du hast zumindest fotografieren, du hast dann pressen Damit ich immer erinnert werde, dass ich wirklich viel Glück in mein Leben habe.
00:39:45: Und genau um was ist jetzt speziell Glück für mich heute?
00:39:52: Heute hab' ich ein... Also wir haben auch einen kleinen Zwetschgenband, da hingen ganz viele Zwetschen drauf.
00:39:58: Die hab' Ich heute geerntet, hab aus einem Einkorn, das man selber o-bauen, einen Zwitschgendadji gemacht und jetzt hab' ihn noch schlagseunig schlau'.
00:40:09: Und Glück ist, den zum Essen mit meiner Familie und genau einfach den Tag so zum Genießen.
00:40:18: Für mich ist ein großes Glück, dass mir die Verantwortung für so ein Stück Land in die Hände gelegt worden ist.
00:40:27: Dass ich mehr oder weniger so gestalten kann wie es für gut und richtig heute auf dem ihr Lebensmittel erzeugen kann
00:40:37: und trotzdem Raum schaffen.
00:40:40: Ganz viele andere Pflanzen und Tiere noch.
00:40:43: Dester versorgt, dass es
00:40:44: mir nicht langweilig wird.
00:40:45: Und meine Familie hat mich ganz nebenbei nur ernährt.
00:40:54: Ein kleines Glück
00:40:55: aber ein heiß ersehendes
00:40:59: ist meine Kier in der Abendsonne auf einem sattgrünen Stickle weidegroßen zum Sängen.
00:41:07: Nebenbei bemerkt ist das sehr entspannt weil die Tiere sich überhaupt nicht hetzen lassen.
00:41:13: Die haben dermaßen die Ruhe weg.
00:41:15: Oft ist es bei uns so, dass wir denken,
00:41:18: jetzt müssen wir wieder nach Hause
00:41:19: und dann legen sie sich alle mitten im Auwald an
00:41:22: und fangen erst mal mit dem
00:41:24: Wiederkeuen an.
00:41:25: Selbst muss man sich fragen, warum stehen wir immer unter Spannung?
00:41:30: Und Rasen von einer Sache zur nächsten?
00:41:34: Die Rinder haben gar kein Verständnis für uns Menschen.
00:41:37: Ist das ausgesprochen beruhigend!
00:41:47: Das war Mikro-und Mistgabel.
00:41:49: Ein Podcast vom Projekt
00:41:50: Bio für
00:41:51: die Zukunft von Tagwerk in Zusammenarbeit mit Bioland Bayern.
00:41:56: Eben Sarah Weiß, unser
00:41:57: Dankeschön
00:41:58: an BIOZEDT für die Förderung, Scheineilig
00:42:00: für die Musik
00:42:01: – ihr wisst wo der Barteln muss heute!
00:42:04: Und ein Landhaarstudios für die Produktion.
00:42:06: Mehr Infos zu unseren Biobetriebe und Projekte gibt's in die Show Notes.
00:42:10: Bis zum nächsten Mal macht es gut!
00:42:16: ist gefördert durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung
00:42:19: und Heimat
00:42:20: aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer
00:42:25: Landbau.
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